Begriffe für IT-/OT-Betrieb und Security

Kurze, direkt verlinkbare Definitionen für Asset-Inventare, OT-Sicherheit, KRITIS, Normen und Plattformbetrieb. Jeder Eintrag bleibt sichtbar, zitierfähig und mit Quellen verbunden.

  1. Ein Entitlement legt fest, welchen Leistungsumfang ein Mandant in einer Anwendung erhält, etwa eine Paketstufe, ein Limit oder ein freigeschaltetes Feature.

    Entitlements trennen den kommerziellen Leistungsumfang von der Programmlogik. Die Plattform führt die Werte je Mandant zentral, und die Anwendung fragt sie zur Laufzeit ab, statt sie selbst zu speichern.

  2. EOL/EOS bezeichnet Lifecycle-Zustände, in denen ein Hersteller ein Produkt, eine Firmware oder ein System nicht mehr regulär pflegt, verkauft oder unterstützt.

    Für OT- und KRITIS-Betreiber sind EOL/EOS-Daten operativ wichtig: Sie beeinflussen Ersatzteilplanung, Wartungsfenster, Patchfähigkeit, Schwachstellenpriorisierung und die Frage, welche Risiken akzeptiert oder kompensiert werden müssen.

  3. EUVD ist die von ENISA betriebene europäische Schwachstellendatenbank für öffentlich bekannte Schwachstellen in ICT-Produkten und -Diensten.

    Die EUVD bündelt verwertbare Schwachstelleninformationen wie betroffene Produkte, Schweregrad, Ausnutzungsstatus, Patches und Hinweise von CSIRTs oder Herstellern.

  4. Ein FAT ist eine Werksabnahme, bei der ein System vor der Auslieferung beim Hersteller gegen Anforderungen geprüft wird.

    FATs helfen, Funktion, Schnittstellen und Sicherheitsannahmen früh zu prüfen, bevor eine Anlage in die Zielumgebung eingebaut wird.

  5. Hardening ist das gezielte Absichern eines Systems durch Reduktion seiner Angriffsfläche.

    Dazu gehören zum Beispiel sichere Konfigurationen, abgeschaltete Dienste, restriktive Berechtigungen, Segmentierung, Protokollierung und kontrollierte Änderungen.

  6. Ein HMI ist eine Bedienoberfläche, über die Menschen Maschinen, Anlagen oder Prozesse beobachten und steuern.

    In der OT ist ein HMI oft betriebskritisch, weil Bedienhandlungen, Alarmierung, Prozessdaten und Anlagenstatus dort zusammenlaufen.

  7. HVAC bezeichnet Systeme für Heizung, Lüftung und Klimatisierung.

    HVAC-Anlagen sind relevante Infrastruktur-Assets, weil sie zunehmend vernetzt sind und Verfügbarkeit, Energieverbrauch, Komfort und Betriebssicherheit beeinflussen.

  8. IACS bezeichnet industrielle Automatisierungs- und Steuerungssysteme, also die technischen und organisatorischen Bestandteile für den sicheren Betrieb automatisierter Anlagen.

    Nach DKE umfasst der IACS-Begriff Hardware, Software und organisatorische Prozesse für Errichtung und Betrieb; genau darauf ist die Normenreihe IEC 62443 ausgerichtet.

  9. Ein IdP erstellt und verwaltet Identitätsinformationen und stellt Authentifizierungsdienste für Anwendungen bereit.

    In Plattformen und SaaS-Umgebungen erlaubt ein IdP, Benutzer über bestehende Unternehmensidentitäten oder föderierte Konten anzumelden, statt neue Insellogins zu erzeugen.

  10. Ein IDS überwacht Systeme oder Netzwerke auf Hinweise auf Angriffe, Regelverstöße oder auffällige Aktivitäten.

    Ein IDS ist kein Ersatz für Asset-Kontext: Erst mit Kenntnis der betroffenen Systeme wird klar, wie dringend ein Fund ist und wer reagieren muss.

  11. IEC steht für International Electrotechnical Commission, eine internationale Normungsorganisation für Elektrotechnik, Elektronik und verwandte Technologien.

    Für industrielle Cybersicherheit ist die IEC besonders durch die Normenreihe IEC 62443 relevant.

  12. IEC 62443 ist eine Normenreihe für Cybersicherheit in industriellen Automatisierungs- und Steuerungssystemen.

    Sie adressiert Rollen, IACS, Zonen, Conduits, Security Levels, technische Anforderungen, sichere Produktentwicklung und Security-Programme für Hersteller, Integratoren und Betreiber.

  13. IIoT bezeichnet das industrielle Internet der Dinge, also die Verbindung cyber-physischer Produktionssysteme mit IT-Systemen, Datenplattformen und Cloud- oder Edge-Architekturen.

    Gegenüber Consumer-IoT haben IIoT-Umgebungen höhere Anforderungen an Bandbreite, niedrige Latenz, standardisierte Datenformate, IT-Sicherheit und hohe Verfügbarkeit.

  14. IoT steht für Internet of Things und bezeichnet vernetzte Geräte, die lokal oder über das Internet mit anderen Geräten, Diensten oder Cloud-Systemen kommunizieren.

    Aus Security-Sicht sind sichere Authentisierung, Update-Management und abgesicherte Kommunikation zentral, weil schlecht geschützte IoT-Geräte persönliche Daten, Unternehmensdaten oder Infrastrukturen gefährden können.

  15. Ein ISMS ist ein Managementsystem, mit dem eine Organisation Informationssicherheitsrisiken, Rollen, Regeln, Maßnahmen und Nachweise strukturiert steuert.

    Im IEC-62443-Kontext beschreibt Teil 2-1 Elemente für ein ISMS für IACS-Betreiber; in der klassischen IT wird ISMS häufig mit ISO/IEC 27001 verbunden.

  16. ISO/IEC 27001 ist ein internationaler Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme.

    Der Standard fordert ein strukturiertes Management von Risiken, Verantwortlichkeiten, Kontrollen und Nachweisen; Asset-Inventare sind dafür eine zentrale Grundlage.

  17. IT umfasst Systeme, Netzwerke und Software, die Informationen verarbeiten, speichern, übertragen oder bereitstellen.

    In Unternehmen betrifft IT typischerweise Server, Clients, Identitäten, Anwendungen, Cloud-Dienste, Netzwerke und Datenprozesse.

  18. Microsoft Entra ID ist ein cloudbasierter Identitäts- und Zugriffsverwaltungsdienst für Benutzer, Geräte, Anwendungen und Ressourcen.

    Im Betrieb ist Entra ID wichtig für Anmeldung, Conditional Access, Gruppen, Rollen, Geräteidentitäten und SaaS-Zugriff. Für Sicherheits- und Inventararbeit wird es besonders wertvoll, wenn Identitätsdaten mit Assets, MDM, EDR und ITSM verknüpft werden.